Tiere

Ob am Säuli- oder am Kuhrennen, im OLMA-Stall oder an den Tiervorführungen in der Arena: Tiere sind und bleiben die heimlichen Stars der OLMA. Und das nicht nur bei den kleinen Besuchern.

Tiere, die heimlichen Stars

50 Rappen für einen Viehschau-Wettbewerb

Säulirennen, ein Publikumsrenner

Die Tierwelt des Bauernhofs

Tierschauen – ein Rückblick

Die OLMA – ein Fenster für Tiere aus der Landwirtschaft

OLMA-Auktion soll Zucht und Handel im OLMA-Gebiet fördern

Eliteschauen als schweizweites Ausstellungsfenster

Neue Arena für Tierpräsentationen

Wandel der Tierausstellung in den letzten 17 Jahren

Jersey wurde gleichberechtigt

Freude an den Tieren wecken

Ideen gibt es genug

Tiere sollen sich wohl fühlen

Vollpension auf OLMA-Kosten

Tiere, die heimlichen Stars

50 Rappen für einen Viehschau-Wettbewerb

Bereits bei der ersten Durchführung im Jahr 1943 gab es Kleinviehschauen der st.gallischen Schaf-, Ziegen- und Schweinezuchtverbände. Der kantonale Braunviehzuchtverband organisierte eine Grossviehschau mit Rangierung und Toto. Jeder Besucher konnte mit einem Einsatz von 50 Rappen am Viehschau-Wettbewerb teilnehmen. 50% aller Einsätze wurden an die Gewinner ausbezahlt. Heute gibt es die Toto-Wetten nicht mehr, dafür kann man ein paar Franken auf die OLMA-Rennsäuli setzen.

Säulirennen, ein Publikumsrenner

Das erste OLMA-Säulirennen fand 1997 an der 55. OLMA statt und war auf Anhieb ein Publikumsrenner. Seither locken die motivierten und bestens trainierten Rennschweine täglich ab 16 Uhr Tausende von Besucherinnen und Besuchern in die OLMA-Arena. Die Gaudi ist jedes Mal gross, wenn die Säuli losrennen, um möglichst schnell beim Futtertrog zu sein und dabei spektakuläre Wettkampfszenen zeigen. Die fünfzehn Tiere werden gut auf ihren grossen Auftritt vorbereitet: Zwei Monate vor dem Start der Messe beginnen sie auf ihrem Heimathof im Thurgau mit dem Training. Fürs Rennen eignen sich übrigens nur Weibchen.

9118
160760 Arena Saulirennen Bb6 P2923  Michael Huwiler
Dsc1412
Ol11 Mo17 449
Ol11 Sa22 273
9156
Ol12 Di16 004
Ol14 Di14 215
Ol16 Do13 402
Ol11 Mo17 456
160788 Arena Saulirennen Bq4 I3425  Michael Huwiler
Ol14 Sa11 348
Ol14 Sa11 321
Ol14 Sa11 338
Dsc1317
160751 Arena Saulirennen Bq4 I1164  Michael Huwiler
Ol14 So19 372
160777 Arena Saulirennen Bq4 I3341  Michael Huwiler
Ol11 Mo17 461
Dsc1322
160786 Arena Saulirennen Bq4 I3394  Michael Huwiler
Ol15 Do8 439
160778 Arena Saulirennen Bq4 I3349  Michael Huwiler
Ol11 Di18 459 2
Dsc5807
Ol14 Sa18 560
Ol11 Do13 359
Ol11 Do13 367
Ol11 Mo17 467
Ol16 Do13 405
Ol12 Di16 030

Das 1. OLMA-Säuli-Rennen startete am 9. Oktober 1997 und ist bis heute ein ungebrochener Publikums-Hit.

Die Tierwelt des Bauernhofs

Wie viel Milch gibt eine Kuh im Durchschnitt? Wie verbreitet sind die Rassen Weisses Alpenschaf und Saanenziege? Was ist der Unterschied zwischen einem Fleischrind und einer Milchkuh? Welche Nutztiere in der Schweiz sind bedroht? Für welche Einsätze eignen sich Esel besonders gut? Wie aufwändig ist die Ausbildungsarbeit mit einem Hütehund? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um die Schweizer Tierhaltung und Tierzucht erhalten die Besucherinnen und Besucher jeweils in der OLMA-Tierausstellung und in den kommentierten Tierpräsentationen in der Arena. Gross und Klein können an der OLMA die Tierwelt des Bauernhofes hautnah erleben. Immer mehr halten auch Exoten wie Yaks, Strausse oder Alpakas in den Schweizer Ställen Einzug.

Musik Tiershow Scan 8A
Musik Tiershow Scan 10
Musik Tiershow Scan 8B
Arena
Arena 1968 2
Arena Oval 1961
Olma 1965 Kuhauktion Arena
Arena Versteigerung
Arena Kuhe
Olma Pferdeschau
Arena Pferde
Arena Schweine
Arena Schafe
Ca 1985 Neue Arena Scheren
Olma 1955 Stall
Olma 1974 Stall
Olma 1978 Arena 2
Olma Um 1965 Stall
Stall
Stier

Tierschauen – ein Rückblick

Die OLMA – ein Fenster für Tiere aus der Landwirtschaft

Hans Stettler war von 1984 bis 1998 Präsident der OLMA Tierschauen, damit unter anderem verantwortlich für die Tagesprogramme, die Arena-Vorführungen und die Organisation der Arten-, Rassen- und Züchtertage und Initiator des beliebten OLMA-Schweinerennens. Er erinnert sich:

OLMA-Auktion soll Zucht und Handel im OLMA-Gebiet fördern

Die erste OLMA-Braunvieh-Auktion fand im Jahre 1966 statt. Das Ziel der OLMA-Braunvieh-Auktionen ist einerseits, den Zuchtfortschritt sichtbar zu machen und andererseits, ein Gradmesser für die Preisgestaltung zu sein. Es sind nur Braunviehtiere aus den OLMA-Kantonen zugelassen. Sie soll diesen Kantonen eine besondere Plattform zur Ausstellung und Verkauf ihrer Braunviehtiere bieten. Zu den OLMA-Kantonen zählen AI, AR, GL, GR, SG, SH, TG. Zusammen mit dem Fürstentum Liechtenstein gehören sie zur Trägerschaft der Olma Messen St.Gallen.

Eliteschauen als schweizweites Ausstellungsfenster

Im Jahre 1993 fand die erste Braunvieh-Eliteschau an der OLMA statt, eine reine Ausstellung von Elitekühen ohne Verkauf. Gemäss Braunvieh Schweiz gehören Elitekühe zu den besten Kühen nach Gesamtzuchtwert (GZW). Sie müssen Mindestbedingungen an das Exterieur erfüllen und werden im BrunaNet-Leistungsblatt mit der Bezeichnung «Elite» gekennzeichnet. Zur Schau waren Kühe der Braunviehrasse aus der ganzen Schweiz zugelassen. Im Jahre 2002 fand offiziell die erste Vier-Rassen-Eliteschau mit Braunvieh-, Fleckvieh-, Holstein- und Jersey-Kühen statt. Fleckvieh und Holstein kamen aus den Gastkantonen wie Aargau, Bern, Luzern, Neuenburg, Solothurn und Thurgau. Ende der 80er Jahre kam auch die Rasse Jersey dazu.

Neue Arena für Tierpräsentationen

Nach dem Bau der neuen Arena im Jahre 1988 verlangte der damalige Direktor, Dr. René Käppeli, dass den OLMA-Besuchern während des ganzen Tages etwas geboten werde. So kam es zu den OLMA Arten-, Rassen- und Züchtertagen. Diese «tierischen» Vorführungen wurden damals wie heute durch besondere Einlagen ergänzt. Die Musik von verschiedenen Blaskapellen, das Sechsspänner der Brauerei Feldschlösschen, der Bauernzirkus Maute, Islikers Tierschau, der Schafschurwettbewerb oder die Hütehunde im Einsatz sind nur einige Beispiele, die den OLMA-Besuchern im Gedächtnis haften geblieben sind.

Wandel der Tierausstellung in den letzten 17 Jahren

Jersey wurde gleichberechtigt

Christian Manser ist seit dem Jahre 2001 Präsident Tierschauen OLMA. «Die Jersey stehen abseits», fiel ihm im ersten Jahr seiner Amtszeit auf. Sie waren nicht im OLMA-Stall bei den Ausstellungskühen untergebracht, sondern separat im Zelt bei den Schweinen. Die Jersey wurden gleichberechtigt. Ab 2002 gab es jährlich eine Vier-Rasseneliteschau mit Braunvieh, Fleckvieh, Holstein und Jersey. Manser holte auch die Fleischrinderrassen ins «OLMA-Boot», die für die Schweizer Landwirtschaft immer mehr an Bedeutung gewannen. Im Jahre 2005 fand die erste OLMA Fleischrinder-Auktion statt.

«​Am Donnerstag gleich nach der Eröffnung der Messe im Jahre 2001 gab es in der Arena eine Vorführung zum Thema «Kuhstyling». Es war mein erster Programmpunkt als frisch gebackener Tierschauen Präsident. Einer Kuh gelang es, aus der Arena zu entweichen. Sie rannte über das OLMA-Gelände und lief gerade in die Richtung Jahrmarkt, wo der Bundesrat und seine Begleiter nach der Eröffnungsfeier erwartet wurden. Das war mein erstes und gefährlichstes Erlebnis in den 16 Jahren, in denen ich nun an der OLMA für die Tierschauen verantwortlich bin.»

Christian Manser, Präsident Tierschauen OLMA

Freude an den Tieren wecken

Das breite Publikum interessiert sich weniger für Fachwissen wie die Raffinessen der Zucht, sondern viel mehr für das Verhalten und die Eigenarten der Tiere. Den speziellen Tagen der Schafe und Ziegen, der Schweine und der Pferde, die Hans Stettler eingeführt hatte, fügte Manser im Jahre 2005 den Tag der Fleischrinder und im Jahre 2010 den Tag der Esel hinzu. 10 Jahre nachdem Stettler das Säulirennen einführte, entstand bei Manser im Jahre 2007 das Kuhrennen. Manser möchte an der OLMA nicht nur Fachwissen, sondern Freude an den Tieren und deren Produkten zum Publikum hinüberbringen. Das Lämmer schöppeln, der Streichelzoo und die Sprechstunde beim Grosstierarzt dienen aber auch als Brückenbauer zwischen Konsumenten und Landwirtschaft. 

Ideen gibt es genug

An der OLMA 2016 ging ein lang gehegter Wunsch des Tierschau-Präsidenten in Erfüllung. Es war möglich, einen Laufstall mit Melkroboter im Massstab 1:1 an der OLMA zu zeigen. «Ein Superprojekt», schwärmt Manser. Doch auch ein teures Projekt, das man nicht jedes Jahr zeigen kann. Schon hat er für das Jubiläumsjahr wieder eine neue Idee: «Ich möchte den Leuten die Kuhsignale näher bringen», verrät er. Das dürfte ihm nicht schwer fallen, denn er ist selber Kuhsignaltrainer. «Die Kuh lügt nicht. Sie zeigt genau, wie es ihr geht und was sie will», sagt Manser. Für den Tierhalter ist es wichtig, die Körpersignale der Kuh zu erkennen und zu deuten.

«​Im Jahr 2016 hatte eines der Rennschweine einen «Feuerwehrmantel» mit Blaulicht um. Wie es sich für eine Feuerwehrsau gehört, war sie den anderen im Wertungslauf um zwei Sauenlängen voraus und auf bestem Weg zum Sieg. Doch etwa fünf Meter vor dem Zieleinlauf scherte sie aus der Bahn aus und raste am Ziel vorbei. Zu vergleichen mit der Feuerwehr, die mit Blaulicht am brennenden Haus vorbeidonnern würde.»

Christian Manser, Präsident Tierschauen OLMA

Tiere sollen sich wohl fühlen

Bei Tierausstellungen spielt das Tierwohl eine zentrale Rolle. Tiere sind nicht einfach Ausstellungsobjekte, sondern haben Bedürfnisse; sie sollen sich auch an der Ausstellung wohl fühlen. Manche benötigen Rückzugsorte, wo die Messebesucher nicht hingelangen. Wo viele Tiere beisammen sind, braucht es genügend frische Luft. So wurde zusätzlich zu den Fensteröffnungen über den Kuhplätzen ein Lüftungsschlauch angebracht. In den Buchten der Mutterkühe erhielten die Kälber einen extra Bereich, den sogenannten Kälberschlupf, in dem die Kälber ungestört liegen können. Auch neue Ideen lassen sich bei den Tierausstellungen in die Praxis hinaustragen. Kratzbürsten und erhöhte Plätze für die Ziegen sind nicht einfach Luxus, sondern gehören zu einer tierfreundlichen Stalleinrichtung. Der Schweizer Tierschutz STS schickt regelmässig Fachleute, welche die Einhaltung der Tierschutznormen kontrollieren.

Vollpension auf OLMA-Kosten

Nicht nur für die Besucher sind die Tierausstellungen interessant, sondern auch für die Aussteller selbst, berichtet Manser. An der Braunvieh Auktion werden oft Höchstpreise erzielt. Viehschauen sind für die Landwirte aufwändig und kostspielig. Die OLMA fördert die Teilnahme an den Tierausstellungen, indem sie alle Kosten übernimmt, das heisst für den Transport, das Futter, die Pflege und das Melken. Die Kühe geniessen praktisch Vollpension auf OLMA-Kosten. «Unser Ziel ist, dass die Tiere gesund und leistungswillig heim kommen», sagt Manser. Da kommt es auf eine gute Zusammenarbeit der Organisatoren und des Stallpersonals an. «Vieles passiert ausserhalb der Öffnungszeiten», erklärt der Chef der Tierschauen. Wenn die OLMA-Tore geschlossen sind, geht die Arbeit für das Stallpersonal erst richtig los.