Bauprojekte ab 1970

Die bauliche Entwicklung der Olma Messen St.Gallen hat gezeigt: Damit der Erfolg weiterhin gesichert werden kann, muss laufend investiert werden.

Bauprojekte ab 1970

Im Busdepot

Abriss der Expo-Hallen

Versprechen eingehalten

Bauprojekte ab 1980

7 Brücken

Bauliche Neugestaltung

Neue Hallenprojekte

Neue Nummerierung der Hallen

Keine Hallenprovisorien mehr

Baustellenparcours zu Ende

Bauprojekte ab 1990

Halle 9

Investition in die Zukunft

Brand der Halle 7

Totalschaden!

Wiederaufbau unmöglich

Ersatzlösung gesucht

Bauprojekte ab 2000

Hotel statt Degustationshalle?

Architekturauftrag für Neuanfang

Ein Hochhaus soll es sein

Schatten als Problem

In die Zukunft

Projekt «Olma-Neuland»

Bauprojekte ab 1970

Im Busdepot

Ab 1970 (bis 1987) beanspruchte die OLMA das Busdepot der St.Galler Verkehrsbetriebe VBSG als Halle 5 vis-à-vis der Halle 6 (Steinachhalle). Sie wurden durch Landmaschinen genutzt. 1972 wurde die Halle 3 entlang der St.Jakob-Strasse gebaut, die heute noch als Halle 4 besteht. Der Untere Brühl wurde seit diesem Jahr mit Ausnahme der Tonhalle nicht mehr benutzt, auf dem Spelteriniplatz wurde erstmals eine Zelthalle aufgebaut, die bis 1988 zum Einsatz kam. 1973 konnte durch zwei weitere Holzhallen (3 und 9) sowie die Halle 2 auf dem Spelteriniplatz der Platzverlust auf dem Unteren Brühl kompensiert werden. Die dortige Parkgarage wurde 1973 eröffnet.

Abriss der Expo-Hallen

Die OLMA erreichte 1980 mit 750 Ausstellern die grösste bisher beanspruchte Fläche von 65’000m² (Hallenbruttofläche 52’000m²) und war restlos belegt. Unmittelbar nach Ende der Messe wurden die Expo-Hallen A und C mit einer Gesamtfläche von 9000 m², welche dem Nationalstrassenbau weichen mussten, vollständig geräumt und ab 15. November abgerissen. Für rund 120 Aussteller und 2 Messerestaurants musste Ersatz geschaffen werden.

1981 Baustelle1
1981 Baustelle4
1981 Baustelle3
1981 Hallenabbruch
1981 Baustelle5

Versprechen eingehalten

Schon 1962 hatte die politische Gemeinde St.Gallen versprochen, ein geeignetes Gelände kostenlos zur Verfügung zu stellen. Mit dem Erwerb des Werkhofs der Strassenbaufirma Krämer erfüllte die Stadt diese Pflicht (heute steht hier die Halle 1 im Osten des Geländes). Mit Beschluss vom 9. September genehmigte der Gemeinderat den Dienstbarkeitsvertrag für ein weiteres «selbstständiges und dauerndes, unentgeltliches Baurecht über 30 Jahre ab Grundbucheintrag» für die erste permanente Ausstellungshalle in massiver Bauweise. Die Arbeiten an der Nationalstrasse SN 1 durch das OLMA-Gelände St.Jakob, teils offen, teils tunneliert, schritten voran.

Bauprojekte ab 1980

7 Brücken

Ab 1981 kam das Freigelände auf dem Hochgerichtshügel (im Volksmund auch Galgenacker genannt) vis-à-vis der OLMA Hallen entlang der St.Jakob-Strasse hinzu (bis 1989), das mit dem Messeareal St.Jakob mit einer Rohrbrücke verbunden war. Im OLMA-Areal gab es über die Jahre hinweg insgesamt sieben Brücken. Zudem trat die neu realisierte Halle 1 ab 1981 erstmals als Rohbau ins Bild.

12 Brucke Rorschacherstr
13 Brucke Tonhalle Stadtpark
14 Brucke 1981
15 Brucke 1987
16 Brucke Halle7
Olma 1981 Bau Halle 1

Bauliche Neugestaltung

1983 schrieb Stadtammann Heinz Christen im Vorwort: «Die OLMA befindet sich äusserlich mitten in einer Umbruchphase. Für den Besucher sichtbar sind die Bauarbeiten an der Autobahn im Messeareal.» Sie erforderten seinerzeit den Abbruch mehrerer Holzhallen der Expo 1964. Als Ersatz konnte vor zwei Jahren mit der Halle 1 erstmal in der über 40-jährigen Geschichte der OLMA eine ganzjährig benutzbare Messebaute in Betrieb genommen werden. Die bauliche Neugestaltung werde sukzessive weiter geführt.

Neue Hallenprojekte

1987 errichtete die OLMA erneut eine provisorische Zelthalle (Nummer 4) auf dem Kantonsschulpark, ferner die Nummer 12 und 16 auf dem östlichen Messeareal; die Volksbadwiese wurde genutzt, ebenso das Busdepot als Halle 5 (zum letzten Mal). Neue Hallen waren die spätere Nummer 2 und 3 sowie die Arena. Über dem Portal des Rosenbergtunnels – die Stadtautobahn war inzwischen eingeweiht worden – nahm die OLMA den Neubau der Hallen 2 und 3 in Angriff.

Grundsteinlegung 2
Grundsteinlegung 3
20 Bau Halle 23

Neue Nummerierung der Hallen

Die alte Holzhalle 6 hiess ab 1988 Halle 14. In der provisorischen Zelthalle 22, zum letzten Mal auf dem Spelteriniplatz aufgebaut, befanden sich die Abteilungen Haushalt, Küchen, Heimtextilien, Radio- und Fernsehstudios DRS sowie die Restaurants «Joggeli» und «Fédéral» des Gastkantons Solothurn. An dieser OLMA konnte die erste der beiden neuen Hallen (Halle 2) und die Arena in Betrieb genommen werden. Die Ausstellungsfläche erreichte eine Grösse von 32’000m² in 11 Hallen; hinzu kam der Stall und eine neue, allgemein verständliche Nummerierung der OLMA-Hallen.

«Zum ersten Mal in der OLMA-Geschichte stand die Halle 3 zwischen den Hallen 2 und 4», schmunzelt Bruno Kleger, damaliger Pressechef.

Keine Hallenprovisorien mehr

Die Hallen 2 und 3 erscheinen in ihrer heutigen Form entlang der St.Jakob-Strasse ab 1989: «Endlich ist es soweit, die OLMA hat das von der Bürgerschaft der Stadt St.Gallen erhaltene Messeareal (St.Jakob) erstmals ohne Aussenstation bezogen und belegt und sie hat von einer kleinen, sympathischen, Ausnahme abgesehen erstmals keine Hallenprovisorien mehr erstellen müssen.» schrieb Olma-Direktor René Käppeli. «Eine entscheidende Neubauetappe ist abgeschlossen. Nur die Eingangsbereiche sind noch nicht fertig und die Bäume noch nicht gewachsen.» Das Messeareal erreichte eine Grösse von 53'000m² in neun Hallen mit insgesamt 16 Etagen. Hinzu kamen der Stall und die Vorführarena mit der darunterliegenden Parkgarage und eine ausserhalb des Baurechtareals sich befindende grössere Holzhalle 14.

Baustellenparcours zu Ende

Die fünf neueren und neuen Hallen sind ganzjährig benutzbar, verfügen über die nötige Infrastruktur und umfassen mit ihren 21’300 m² 66 Prozent der gesamten Hallenfläche von 32’000 m². Der Baustellenparcours sei nun zu Ende, schrieb Heinz Christen, damaliger Olma-Präsident, in seinem Grusswort. Mit den neuen Hallen 2 und 3 konnte die OLMA weitere Gebäude im nördlichen Teil des Messegeländes definitiv übernehmen. Eine zusätzliche Halle sowie die Stallungen und Werkstätten blieben als Projekte in petto, mit der Verwirklichung könne kaum vor Ende des Jahrtausends gerechnet werden.

Bauprojekte ab 1990

Halle 9

Im Zentrum des Messeareals präsentierte sich 1999 die imposante neue Messehalle 9, welche am 7. Oktober offiziell eröffnet werden konnte. «Diese sei ein sichtbares Zeichen des Aufbruchs und der Modernisierung des Messeplatzes St.Gallen», schrieb OLMA-Direktor René Käppeli. Sie setze nicht nur architektonisch unübersehbare Akzente, sondern auch die willkommene Chance für andere Schwerpunkte und eine neue Gliederung der Messesektoren. «Wieder einmal prägte während einiger Monate eine Grossbaustelle das Gesicht des OLMA-Areals. In der markanten Halle 9 stehen nun auf zwei Ebenen 14’000 m² Fläche zur Verfügung – die räumlichen Voraussetzungen für attraktive Messen und Ausstellungen, Kongresse und Bankette.»

Investition in die Zukunft

Die Halle 9 verkörpere gleichzeitig Abschluss und Neubeginn: Die letzten Holzhallen der Expo 1964 wurden abgebrochen. An ihrer Stelle entstand ein grosszügiges Gebäude aus Stahl, Holz, Glas und Beton, das im St.Galler Talkessel einen wichtigen städtebaulichen Akzent setze. Die neue Halle sei aber nicht nur eine gelungene bauliche Ergänzung, sondern «eine Investition in die Zukunft des Messe- und Kongressplatzes St.Gallen und ein deutliches Signal der Olma Messen St.Gallen, sich weiterhin als bedeutenden Messestandort in der Schweiz und dem angrenzenden Ausland positionieren zu wollen».

Brand der Halle 7

Totalschaden!

In der Nacht auf den 23. Oktober 2000 brannte am letzten Messetag nach Messeschluss die 1953 als Provisorium gebaute, legendäre und weit über die Region hinaus bekannte Degustationshalle 7 bis auf die Grundmauern ab – keine Chance, das alte Holzgebäude zu retten. Die Brandursache blieb im Rauch verschollen. Die beliebte und berüchtigte Degustationshalle 7 brannte mit allem Inventar vollständig ab, trotz raschem Eintreffen der Feuerwehr. Totalschaden!

Wiederaufbau unmöglich

Bei dem Grossbrand kamen keine Personen zu Schaden. Riesiges Glück im Unglück war, dass der Brand erst nach Ende der Messe ausbrach. Die Brandursache ist bis heute ungeklärt. Eine eingehende Lagebeurteilung führte in der Folge zu verschiedenen Erkenntnissen: Die entstandene Baulücke befinde sich in einem städtebaulich empfindlichem Umfeld, rechtliche Abklärungen und Analysen zukünftiger Nutzungen machten einen schnellen Wiederaufbau eher unwahrscheinlich. Erste Kostenschätzungen deuteten darauf hin, dass eine Ersatzbaute unter Berücksichtigung der aktuellen Betriebs- und Sicherheitsanforderungen die finanziellen Möglichkeiten der Olma Messen St.Gallen nach den Investitionen in die Halle 9 übersteigen würden. Einige Fantasten wollten das Sibni am selben Ort wieder aufbauen – chancenlos.

Ersatzlösung gesucht

Der emotionale, aber auch betriebliche Handlungsbedarf und die kurzfristig nicht mögliche Planung und Finanzierung einer neuen Halle legten eine schnelle Ersatzlösung für das Degustationsangebot nahe. Bereits an der OFFA 2001 konnten die Aussteller der ehemaligen Halle 7 ihr Angebot in den Hallen 4 und 5 präsentieren. Auf dem Grundstück des ehemaligen «Sibni» konnte die OLMA die verlorengegangene Ausstellungsfläche in der Zelthalle (P6) kompensieren. Ausserhalb der OLMA-Zeit wird dieses Areal bis heute als bewirtschafteter Parkplatz genutzt. Seither hat sich konzeptionell und baulich hinsichtlich Anordnung der Gebäude kaum mehr Wesentliches verändert. Einziger Neubau ist die als OLMA-Stall genutzte Halle 7 an der Sonnenstrasse.

Bauprojekte ab 2000

Hotel statt Degustationshalle?

Die OLMA 2006 erreichte Spitzenresultate: 398’500 Besucher, 646 Aussteller mit einer Standfläche von 30’327m² von gesamthaft 52’307m² Nettohallenfläche. Nun entstanden Ideen für eine Neuüberbauung des freigewordenen Geländes der ehemaligen Halle 7 an der Ecke Sonnen-/Jägerstrasse. Ein Gestaltungsplan «Olma Kongress- und Konferenzgebäude mit Hotel» kam ins St.Galler Stadtparlament. Die Olma Messen seien ein «Treffpunkt und Marktplatz für Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur», hiess es dort einleitend. Das Kongress- und Eventgeschäft werde immer wichtiger und biete «grösstes Entwicklungspotenzial». Daher benötige die Genossenschaft zusätzliche Räumlichkeiten, die explizit auf diesen Kongressbetrieb zugeschnitten seien.

Architekturauftrag für Neuanfang

Insgesamt sollten Kongress- und Konferenzräume mit Foyer für 700 bis 1100 Personen entstehen, im Hochhaus ein Hotel mit 158 Zimmern. Ende 2007 entschied der Stadtrat den auf der Basis dieses Projektes ausgearbeiteten Gestaltungsplan nicht aufzulegen und von den Olma Messen St.Gallen einen Neuanfang mit Architekturwettbewerb einzufordern.

Ein Hochhaus soll es sein

Die Olma Messen St.Gallen erledigten ihre Hausaufgaben und brachte Ende 2009 ein neues Projekt für ein «Olma Kongress- und Konferenzgebäude mit Hotel» ins Spiel. Das Hochhaus sei nun durch die überörtliche Bedeutung der Olma Messen St.Gallen im Allgemeinen und des Kongress- und Konferenzgebäudes im Speziellen gerechtfertigt. Das Projekt umfasste ein 20 Meter hohes Sockelgeschoss und einen 60m hohen Turm sowie drei Untergeschosse.

Schatten als Problem

In der städtischen Baukommissionssitzung vom 6. Juni 2011 wurden vor allem Fragen im Zusammenhang mit der Höhe des Turms und des daraus entstehenden Schattenwurfs, den Nutzungsvereinbarungen, der Zonierung und dem Verkehr sowie gestalterische Themen diskutiert. Auf dem Parkplatz sollten besser Wohnbauten realisiert werden, das geplante Hotel mit Turm sprenge den Rahmen des Quartiers. In der Folge entbrannte ein Rechtsstreit um das 45 Millionen Franken schwere «Conference Center» mit Hotel, der schliesslich vom Verwaltungsgericht des Kantons St.Gallen entschieden wurde. Ein privates Hotel in der Zone für öffentliche Anlagen sei rechtswidrig, hiess es. Das Projekt wurde dann nicht mehr weiterverfolgt. 

In die Zukunft

Projekt «Olma-Neuland»

Die Olma Messen St.Gallen lancierten im Jahr 2013 die Idee der Überdeckung des Ostportals des Rosenbergtunnels auf der A1 Stadtautobahn. Die «Landgewinnung» ermöglicht den Bau einer neuen Messe- und Eventhalle und einer erweiterten Messe-Infrastruktur. Gemäss Machbarkeitsstudien und Testplanungen kostet der Bau der Überdeckung rund 33 Mio. CHF. Hinzu kommen die einmalig abgegoltenen Betriebskosten in der Höhe von rund 9 Mio. CHF.

Anfangs März 2018 setzte das Stimmvolk der Stadt St.Gallen mit einem Ja-Stimmenanteil von 72% ein klares Zeichen für den Ausbau des Messeareals. Daraufhin hat die Jury aus 54 Bewerbungen 14 Planerteams ausgewählt und beauftragt, bis im Spätsommer 2018 Vorschläge für Architektur und Konstruktion der neuen Halle sowie deren Umgebung auszuarbeiten.

Nach Sichtung in zwei Rundgängen entschied sich die Jury für das Projekt mit dem Namen «Halle 1». Das Siegerteam setzt sich aus den Architekten Ilg Santer aus Zürich, den Ingenieuren Pedrazzini Guidotti aus Lugano und der META Landschaftsarchitektur aus Basel zusammen.

«Gesamthaft ist ‹Halle 1› ein sehr sorgfältiger und gekonnt vorgetragener Entwurf. Die gewählte Gebäudestruktur fügt sich städtebaulich gut in den Kontext ein und erfüllt zudem die nutzungsmässig gestellten Anforderungen. Der Entwurf hat die Kraft, dem Ort eine unverwechselbare Identität und den Olma Messen St.Gallen ein neues Gesicht zu verleihen», lobt die Jury das Siegerprojekt. Der Wunschtermin für die Einweihung im Jahr 2024 bleibt weiterhin bestehen.